· 

Alzheimer-Diagnostik mit p-Tau217

Seit einigen Jahren gibt es einen einfachen Bluttest, der in den klinischen Laboratorien der Schweiz auf Verschreibung des Arztes durchgeführt werden kann.

p‑Tau217 steht in engem Zusammenhang mit der typischen Alzheimer‑Biologie, insbesondere mit Amyloid‑Plaques und Tau‑Fibrillen im Gehirn. Ein wesentlicher Vorteil des Markers ist seine einfache und breite Anwendbarkeit: Ein Bluttest ist für viele Menschen deutlich leichter zugänglich als Liquoranalysen oder Amyloid‑PET‑Untersuchungen. In der Praxis arbeitet man mit assay‑spezifischen Grenzwerten, die mit der Alzheimer‑Pathologie korrelieren.

Bei neu aufgetretenen Gedächtnisstörungen erhöht ein auffälliger p‑Tau217‑Wert die Wahrscheinlichkeit, dass Alzheimer die Ursache ist. In diesem Fall ist eine ausführliche kognitive Abklärung sinnvoll, um Ausmaß, Ursache und das weitere Vorgehen richtig zu bestimmen.

Einfluss von Alter, APOE4 und Geschlecht

Mit zunehmendem Alter steigen p‑Tau217‑Werte im Durchschnitt an. Dieser Anstieg spiegelt jedoch häufig nicht nur den normalen Alterungsprozess wider, sondern eine höhere Wahrscheinlichkeit stiller Alzheimer‑Pathologie. APOE4‑Träger zeigen im Mittel höhere oder früher ansteigende Werte. Auch das Geschlecht kann die Interpretation beeinflussen. Für die Routine existieren derzeit jedoch keine allgemein akzeptierten Normbereiche nach Alter, Geschlecht oder APOE4‑Status.

p‑Tau217 im Kontext von PreCODE und ReCODE

p‑Tau217 kann bereits im präsymptomatischen Stadium auf ein erhöhtes Alzheimer‑Risiko hinweisen und so helfen, Präventionsstrategien frühzeitig einzuleiten – also lange bevor eine manifeste Demenz entsteht. Zusammen mit weiteren Laborparametern und einer kognitiven Untersuchung bildet der Marker einen wichtigen Bestandteil der sogenannten Kognoskopie zur frühen Risikoerkennung. Dr. Bredesen empfiehlt, eine Kognoskopie bereits im Alter von 40 bis 50 Jahren durchzuführen, um frühzeitig mit dem Präventionsprogramm  PreCODE  beginnen zu können. Bei der Alzheimer Therapie ReCode wird p-Tau217 zur Überwachung des Therapie Erfolgs benutzt.  In der jüngsten randomisierten Kontrollstudie mit Bredesen ReCode zeigte sich nach abgeschlossener erfolgreicher Therapie ein leichter Rückgang des Wertes – im Gegensatz zur üblichen Zunahme bei fortschreitender Demenz.  

Besonders wertvoll ist der individuelle Verlauf mit demselben Assay:

  • Sinkende oder stabil niedrige Werte sprechen für einen positiven biologischen Effekt und eine wirksame Therapie.
  • Ansteigende Werte sollten aufmerksam machen – insbesondere bei gleichzeitigen kognitiven Veränderungen oder funktionellen Einbußen. In diesem Fall müsste das Präventionsprogram angepasst werden.

Fazit

p‑Tau217 ermöglicht eine einfache, zugängliche und alltagstaugliche Alzheimer‑Abklärung. Der Test bietet bei Gedächtnisproblemen eine wichtige Entscheidungshilfe und kann in manchen Fällen aufwendigere Diagnostik ersetzen oder gezielter notwendig machen. Besonders bei erhöhten Werten in jüngeren Jahren sollte der Befund ernst genommen werden – er weist auf ein erhöhtes Risiko hin und liefert ein klares Signal, frühzeitig mit aktiver Prävention zu beginnen. Der Test wird auch zur Kontrolle der Bredesen ReCode Therapie verwendet.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0