Neben den bereits ausführlich behandelten Erkrankungen Alzheimer, Parkinson und Multipler Sklerose gibt es eine breite Gruppe weiterer Gehirnerkrankungen, die für Betroffene und ihre Angehörigen ebenso einschneidend sind – aber in der öffentlichen Wahrnehmung häufig weniger Beachtung finden. Dazu gehören andere neurodegenerative Erkrankungen wie ALS, AMD oder nicht-Alzheimer-Demenzen, psychische Erkrankungen wie Depression, Angststörungen und bipolare Störung sowie „andere“ neurologische Störungen wie Epilepsien, Folgen von Schädel-Hirn-Trauma, chronische Kopfschmerzen oder funktionelle neurologische Störungen.
Einheitliche Erklärung der neurodegenerativen Krankheiten
Dale Bredesen schlägt 2025 mit einer Arbeit ein gemeinsames Erklärungsmodell für alle neurodegenerativen Erkrankungen vor – Alzheimer, Parkinson, ALS, bestimmte Demenztypen und die altersabhängige Makuladegeneration (AMD). Sein Kernpunkt: Es sind vor allem Erkrankungen von empfindlichen Hirnnetzwerken, die im Laufe des Lebens „unter die Räder kommen“, wenn Belastung und Energiebedarf höher werden als das, was das Gehirn noch bereitstellen kann.
Dabei unterscheidet er zwei Seiten: Die „Versorgung“ (Supply) und die „Belastung“ (Demand). Zur Versorgung gehören eine gute Durchblutung und Mitochondrienfunktion, genügend Sauerstoff und Brennstoffe (Glukose, Ketone), genügend schützende Botenstoffe (Neurotrophine, Hormone, Vitamine) sowie ausgewogene Neurotransmitter. Auf der Belastungsseite stehen chronische Entzündung, Umweltgifte (Metalle, Pestizide, Lösungsmittel, Biotoxine) und anhaltender Stress mit Überlastung der Stressachsen. Besonders wichtig ist für Bredesen der Energiemangel: Wenn Insulinresistenz, Gefäßschäden, schlechter Schlaf und alternde Mitochondrien zusammenkommen, rutscht das Gehirn in einen dauerhaften Energiesparmodus.
Bisher wurde nur für die neurodegenerative Erkrankung Alzheimer eine erfolgreiche multimodale Behandlung entwickelt. Bredesen berichtet in verschiedenen Webinaren jedoch auch über erfolgreiche Behandlungen der anderen neurodegenerativen Krankheiten, die mit seinem ReCode Ähnlichkeiten aufweisen, aber für jede Krankheit spezifisch sind. Es darf erwartet werden, dass hierfür bald erfolgreiche Behandlungsmodelle publiziert werden.
Im Folgenden werden die weiteren Gehirnerkrankungen in drei Gruppen dargestellt – jeweils mit typischen integrativen Therapieansätzen:
Andere neurodegenerative Krankheiten

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