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DHA: das Zentrum meiner langfristigen Gehirngesundheit

Von Nick Norwitz, USA

 

Bemerkung des Übersetzers

 

Der Ansatz von Nick Norwitz gilt für jüngere Leute. Bei älteren Leuten ist der Transport von Omega 3 ins Gehirn erschwert- ein erhöhter DHA Konsum erhöht das Gehirn DHA viel weniger als bei jungeren.

Siehe Originalartikel hier


Ich sehe DHA im Zentrum meiner langfristigen Gehirngesundheit, als einen grundlegenden Baustein des Gehirns und als einen Stoff, der für Struktur, Signalübertragung, Energieversorgung und Entzündungsregulation bedeutsam ist.

DHA ist für mich ein wichtiger struktureller Bestandteil des Gehirns. Es ist in den Membranen von Nervenzellen und in den Myelinscheiden enthalten und gehört damit zur materiellen Grundlage gesunder Hirnfunktion. Darüber hinaus ermöglicht DHA eine einer bessere Glukoseverwertung im Gehirn, mit Förderung von BDNF, eines wichtigen gesundheitsfördernden Gehirngesundheit-Faktors . Dazu zählt für mich auch, dass DHA Ausgangsstoff für die wichtigen Hirngesundheit-Faktoren Resolvine, Maresine und Neuroprotectine ist.

Mein zentrales Verständnis von Alzheimer ist, dass die Erkrankung nicht erst mit Gedächtnisproblemen beginnt, sondern Jahrzehnte früher. In meinem Modell verschiebt sich der Lipidstoffwechsel des Gehirns sehr früh. Danach folgen im Krankheitsverlauf Amyloid, Tau und schließlich kognitive Symptome. Deshalb richte ich meine Strategie nicht auf ein spätes Eingreifen, sondern auf eine frühe, möglichst lebenslange Unterstützung des Fettstoffwechsels im Gehirn.

Ein wesentlicher Teil meiner persönlichen Motivation ist, dass ich zwei ApoE4-Kopien trage. Das bedeutet für mich ein etwa 10- bis 15-fach erhöhtes Risiko, im Laufe des Lebens an Alzheimer zu erkranken. Für mich ist ApoE4 eng mit einem veränderten Lipidstoffwechsel verbunden. Ich gehe davon aus, dass ApoE4-Träger besonders anfällig dafür sind, in eine ungünstige Entwicklung des Hirnstoffwechsels zu geraten. In diesem Zusammenhang beschäftige ich mich vor allem mit der Frage, wie DHA im Körper und im Gehirn genutzt, transportiert und abgebaut wird.

Ich gehe davon aus, dass DHA bei ApoE4-Trägern schneller verbraucht wird. Das bedeutet für mich, dass das Risiko einer DHA-Verarmung erhöht sein kann. Gleichzeitig sehe ich Hinweise darauf, dass jüngere, kognitiv gesunde ApoE4-Träger DHA im Gehirn zunächst sogar vermehrt aufnehmen können. Ich verstehe das als mögliches kompensatorisches Zeitfenster: Früh im Leben könnte das Gehirn noch gegensteuern, indem es mehr DHA einbaut. Später könnte diese Fähigkeit nachlassen. Daraus leite ich für mich ab, dass Zeitpunkt und Kontinuität der DHA-Versorgung besonders wichtig sind.

Ich verbinde damit auch meine Sicht auf klinische DHA-Studien bei bereits manifester Alzheimer-Demenz. Wenn dort wenig Nutzen sichtbar wird, deute ich das für mich nicht als Beweis gegen DHA an sich, sondern als Hinweis darauf, dass der Einstieg möglicherweise zu spät erfolgt ist. In meinem Verständnis liegt der Schwerpunkt von DHA eher auf der Prävention als auf der späten Behandlung.

Biochemisch schaue ich auf die Wege, über die mehrfach ungesättigte Fettsäuren in Membranen mobilisiert und weiterverarbeitet werden. Dabei unterscheide ich zwischen Enzymwegen, die eher omega-3-abgeleitete, pro-resolving Mediatoren hervorbringen, und solchen, die stärker mit omega-6-abgeleiteten proinflammatorischen Signalen verbunden sind. ApoE4 ordne ich eher einer Verschiebung in Richtung entzündlicher, oxidativer und neurodegenerativer Prozesse zu. Meine praktische Konsequenz daraus ist, die Balance möglichst in Richtung omega-3-dominierter Signalwege zu verschieben.

Beim Thema Omega-6 gehe ich nicht pauschal vor. Ich unterscheide zwischen Omega-6 aus natürlichen Lebensmitteln und Omega-6 aus industriell verarbeiteten Ölen. Ganze Lebensmittel wie Walnüsse oder Sesam betrachte ich im Kontext ihres Gesamtpakets aus Polyphenolen, Antioxidantien und weiteren Inhaltsstoffen. Industrielle Samenöle wie Soja-, Mais- oder Traubenkernöl meide ich hingegen. Mein Fokus liegt darauf, Omega-3 zu priorisieren, auf extra natives Olivenöl zu setzen und stark verarbeitete Öle zu vermeiden.

Praktisch sieht meine persönliche Strategie so aus: Ich esse täglich quecksilberarmen fetten Fisch, vor allem Sardinen und Sockeye-Lachs. Ich achte darauf, regelmäßig und reichlich EPA und DHA aufzunehmen. Meine tägliche Zufuhr schätze ich auf ungefähr 2.500 mg EPA plus DHA (am besten von Algenöl).

Zusätzlich ergänze ich meine Ernährung mit LPC-DHA, also Lysophosphatidylcholin-DHA. Für mich ist diese Form besonders interessant, weil sie einen speziellen Transportweg über MFSD2A nutzt und DHA gezielt ins Gehirn bringen soll. Ich sehe darin einen Ansatz, die Hürde zu umgehen, dass herkömmliche Omega-3-Formen nicht in gleichem Maß im Gehirn ankommen. Lyso-DHA ist vorläufig nur in den USA erhältlich bei https://www.fenixhealthscience.com/

Ich verlasse mich dabei nicht nur auf Theorie, sondern messe auch meine Werte. Ich beobachte meinen Omega-3-Index (Minimum 8.0) und das Verhältnis von Omega-6 zu Omega-3  um ein objektiveres Bild meiner Versorgung zu bekommen. Für mich gehört diese Kontrolle zur Strategie dazu. Mein Omega 3 Index ist 15 und mein Omega-6 zu Omega-3 Verhältnis ist 2:1.

Bemerkung des Übersetzers: Beim Konsum von gesundem Omega-6 Öl wie Olivenöl darf das Verhältnis zwischen Omega-6 und Omega-3 höher sein, wichtig ist der optimale Omega-3 Index.

 

Als weiteren Baustein nehme ich niedrig dosiertes Lithiumorotat, konkret 5 mg täglich. Ich ordne es als ergänzenden neuroprotektiven Faktor in mein Gesamtprotokoll ein.

Fazit

Meine Strategie ist auf frühe Prävention ausgerichtet. Im Mittelpunkt steht für mich die Vorstellung, dass Alzheimer lange vor Symptomen beginnt und dass Veränderungen des Hirn-Lipidstoffwechsels dabei eine frühe Rolle spielen. Deshalb setze ich auf eine dauerhaft hohe DHA-Versorgung, bevorzugt aus täglichem Fischkonsum und ergänzt durch LPC-DHA, auf die Begrenzung stark verarbeiteter Omega-6-reicher Öle, auf die Kontrolle relevanter Fettsäuremarker und auf zusätzliche neuroprotektive Maßnahmen wie niedrig dosiertes Lithium.

Von Nick Norwitz, April 2026

  

Dr. med. Nick Norwitz, PhD, ist ein 30 jähriger Forscher und Dozent, dessen Mission es ist „die Stoffwechselgesundheit zum Mainstream zu machen“. Er schloss sein Studium am Dartmouth College als Jahrgangsbester mit den Hauptfächern Zellbiologie und Biochemie ab, bevor er an der Universität Oxford im Fach Stoffwechsel promovierte und an der Harvard Medical School seinen Doktor der Medizin erwarb. Nick hat sich einen Namen als klinischer Forscher und Aufklärer im Bereich Stoffwechselgesundheit gemacht und hält Vorträge sowie verfasst Artikel zu Themen wie Gehirngesundheit, Mikrobiom, psychische Gesundheit, Muskelphysiologie, Mitochondrienfunktion, iCholesterin und Lipide und vielem mehr.

Sein Motto lautet: „Bleib neugierig.“ Nick ist unter www.nicknorwitz.com und in seinem Youtube Kanal zu erreichen. Seine Videos über Stoffwechsel und Gehirngesundheit sind unter https://www.youtube.com/playlist?list=PL5VdyNo7qtLSvId9g097i9grovLIdJCzX

 

Bemerkungen des Übersetzers

Der Ansatz von Nick Norwitz gilt für jüngere Leute. Bei älteren Leuten ist der Transport von Omega 3 ins Gehirn erschwert- ein erhöhter DHA Konsum erhöht das Gehirn DHA viel weniger als bei jungeren.

 

Wahrscheinlich unterstützt Fischkonsum das Gehirn besser mit DHA als ein reines Öl-Supplement, weil er DHA in einer natürlicheren Lipidmatrix liefert; sicher bewiesen ist diese Überlegenheit beim Menschen aber noch nicht. Besonders geeignet sind Sardinen, Hering, Anchovis, Lachs, Forelle und Atlantikmakrele, weil sie viel Omega-3 liefern und im Vergleich zu großen Raubfischen meist quecksilberärmer sind.  

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